Bundeswehr Laptop mit sensiblen Daten verkauft

Sicherheitsexperten der Bochumer Firma G Data kauften für 90 Euro einen alten Bundeswehrlaptop - inklusive einer Anleitung, wie man das Flugabwehrsystem Ozelot im Notfall zerstört.

Einen Computer weiterzuverkaufen, um an Geld für eine Neuanschaffung zu kommen, ist ein vorbildlicher Umgang, um Ressourcen vollständig zu nutzen, und nicht einfach wegzuwerfen. Jedoch sollte man die Festplatte im Laptop vorher entfernen und zerstören, vor allem, wenn das ein Laptop der Bundeswehr ist. Ansonsten könnte es passieren, dass eigene Daten weitergegeben werden, wie zum Beispiel die Systemdokumentation eines  Flugabwehrraketensystems. Genau diese Dokumentation plus eine Software zum Bestellen der Ersatzteile haben die Bochumer Sicherheitsforscher auf einem alten Bundeswehr Laptop, den sie aus Neugier für 90 Euro gekauft hatten, entdeckt. Der Zugang zur Verwaltungssoftware Modis war genauso schlecht gesichert: So probierte die Sicherheitsforscherin Alexandra Stehr auf gut Glück  mit dem  Nutzernamen Guest und dem Passwort guest - und bekam den Zugriff! Dort waren Systemdokumentationen des Flugabwehrsystems  (LeFlaSys) Ozelot gespeichert, welcher bis heute im Einsatz ist.

Landing aircraft at the airport in Zurich.
Photo by Stefan Fluck / Unsplash

Dieses Missgeschick ist nicht das erste Mal für die Bundeswehr. Im Juli letzten Jahres ersteigerte sich ein Förster aus Oberbayern ein Laptop mitsamt der Bedienungsanleitung für den Raketenwerfer "Mars".

Auch hier bei der Bundeswehr ein klarer Fall von nachlässigem Datenschutz. Die Information ist für die Soldaten gedacht, die im Fall des Falles verhindern müssen, dass das Gerät "durch Dritte genutzt werden kann", falls man es zurücklassen müsste. Auch wenn diese Daten nicht die wichtigsten sind, lassen diese Fälle ein deutliches Leck im Thema Datensicherheit sehen. Gerade bei der Bundeswehr sollten und dürfen solche Fälle gar nicht erst existieren.

Was lernen wir für die Zukunft und daraus? Wenn Sie mal Ihren Laptop verkaufen wollen, oder ähnliche elektronische Geräte, bauen Sie auf jeden Fall die Festplatte aus, seien Sie sich zu 100% sicher, dass dieses Gerät keine Daten weitergeben kann. So sind Sie vor diesen Fällen gut geschützt.