Inflationistische Schuldenpolitik macht Sie ärmer und stiehlt Ihnen Lebenszeit!
Politiker tun so, als könne man durch Schulden die Wirtschaft stärken. In Wahrheit mästet Geldmengenwachstum die Vermögenden enteignet alle anderen schleichend. Die negativen Aspekte des Gelddruckens werden komplett außer Acht gelassen.
Kaum ein Phänomen wird so verzerrend in der öffentlichen Darstellung dargestellt, wie das Geld. Dabei ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, denn Geld ist gespeicherte Lebenszeit und gespeicherte Produktivität. In dem nachfolgenden kurzen Beitrag möchte ich Ihnen ein wenig Appetit auf mein Buch „Neues Geld für eine freie Welt – warum das Geldsystem kein Herrschaftsinstrument sein darf“ machen.
Der sagenumwobene Turmbau zu Babel scheiterte an der Sprachverwirrung. In heutigen Tagen entstehen die Schuldentürme im Zeichen der Sprach- und Begriffsverwirrung. Schulden werden als Sondervermögen verniedlicht und in Bezug auf die Geldverschlechterung wird nicht mehr zwischen Inflation (Geldmengeninflation) und Teuerung (Güterpreisinflation) unterschieden. Man führt die Menschen buchstäblich in die Irre.
Bis zur Gründung der amerikanischen Notenbank FED unterschied man noch zwischen der Ursache (Geldmengenwachstum) und der Wirkung in Form von Teuerung bzw. Kaufkraftminderung. Danach fand man es im US-Finanz-Establishment nicht mehr so nützlich, auf diese Zusammenhänge einzugehen – aus Gründen, die hier den Rahmen sprengen würde.
Es ist eigentlich alles ganz logisch. Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie hätten Rückenschmerzen und dieses Symptom würde stets nur mit schmerzlindernden Spritzen therapiert. Dann irgendwann gehen Sie zu einem anderen Arzt und es stellt sich heraus, dass Sie Plattfüße, oder vornehmer ausgedrückt, eine Fußfehlstellung haben. Die anatomische Fehlstellung ist also für das Symptom der Rückenschmerzen verantwortlich.
Wenn wir dieses Beispiel nun auf unsere Teuerungsproblematik anwenden, dann haben wir es ebenfalls mit einer absoluten Fehldiagnose zu tun. Gelddrucken ist die schmerzlindernde und symptombezogene Spritze in den Rücken. Ohnehin redet man den Menschen ein, man könne durch kreditbasierte staatliche Nachfrage Wohlstands- und Wirtschaftswachstum erzeugen.
Der Wohlstand einer Volkswirtschaft kann aber nur durch eine Ausweitung der Produktion an Waren, Gütern und Dienstleistungen gesteigert werden. Platt gesagt: Sie werden nur satter, wenn mehr Brötchen produziert werden und nicht, wenn staatliche Entscheider durch neue Staatsschulden mehr Geld produzieren. Geld ist ein Tauschmittel und Geld allein befriedigt keine Bedürfnisse. Es macht nicht satt und mehr Wohlstand kann es nur durch eine Zunahme an Ressourcen geben. Mehr Geld durch neue Schulden verteuert die Ressourcen einfach nur.
Machen wir die Angelegenheit einmal an Zahlen fest. Im Jahre 1999 wurde das Euro-System auf elektronischer Basis mit einer Gesamtgeldmenge von ungefähr 4.667 Milliarden Euro lanciert. In Kürze wird die Geldmenge die Marke von 17.000 Milliarden Euro knacken.
Einfach gerechnet wurde die Geldmenge durch Kreditvergabe um den Faktor vier aufgebläht – denn durch Kreditvergabe, bei der durch die Erzeugung eines Datensatzes im Computersystem einer Bank ein Guthaben beim Schuldner „hergezaubert“ wird, entsteht in unserem aktuellen Geldsystem das neue Geld. Das Wort „Inflation“ entstammt dem Lateinischen Wort „inflare“: Aufblähen oder Aufblasen.
Die Abfolge ist wie folgt: Staatliche Institutionen geben mehr aus als sie den Menschen durch Steuern und Abgaben abnehmen. Folglich werden die Mehrausgaben durch neue Schulden finanziert und diese wiederum verschlechtern das Geld. Genauer gesagt steigt die Quantität des Geldes und die Qualität, also sein Tauschwert, sinkt. Die nachfolgende Grafik veranschaulicht die Entwicklung der Staatsschulden und das Wachstum der gesamten Geldmenge im Euroraum.

Bildquelle: „Neues Geld für eine freie Welt: Warum das Geldsystem kein Herrschaftsinstrument sein darf“ von Benjamin Mudlack
Datenquelle: Tradingeconomics
Nun kommen wir zum Symptom der Teuerung bzw. der qualitativen Herabsetzung des Geldes. Wie soll man diese in Zahlen am besten ausdrücken? Wann immer die Menschen die freie Wahl hatten, entschieden sie sich für Gold und teilweise auch für Silber als Geld. Es ist also plausibel, die Wertentwicklung von Gold und Silber als Maßstab zu nehmen, um die Qualität (Kaufkraft) anderer Währungen zu beurteilen.
Im Zeitraum zwischen 1999 und heute verteuerte sich Gold um den Faktor 13. Anfang 1999 wechselte eine Unze Gold für ungefähr 250 Euro den Besitzer. Per Anfang Oktober 2025 ist die Unze Gold mittlerweile deutlich teurer als 3.300 Euro.
Das bedeutet: Während die Geldmenge sich vervierfacht hat, ist die Goldkaufkraft des Euro um über 92 Prozent gefallen. Die Inflationierung der Euro-Geldmenge hat den in Gold gerechneten Tauschwert der europäischen Währung also massiv einbrechen lassen.
Zentralbanken als Zeitdiebe
Die Goldpreissteigerungen waren gut für diejenigen, die Gold bereits seit vielen Jahren besitzen und schlecht für diejenigen, die mit ihrer Arbeitsleistung Gold kaufen möchten. Schlecht deshalb, weil die Menschen deutlich länger für eine Unze Gold arbeiten müssen. Laut Statista lag der Durchschnittsverdienst eines Arbeitnehmers in Deutschland im Jahre 1999 bei 16.862 Euro. Bei einem Goldpreis von damals 250 Euro konnte man dafür etwas mehr als 67 Unzen Gold kaufen. Im Jahr 2024 lag der Durchschnittsnettolohn bei 32.399 Euro. Auf Basis des heutigen Goldpreises sind dafür noch knapp 10 Unzen Gold erhältlich. Über den Daumen gepeilt, muss ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in Deutschland also heute fast siebenmal so lange für eine Unze Gold arbeiten als das 1999 der Fall war.
Das Geld, was heute leistungslos und ohne Ersparnisbildung in die Welt gebracht wird, muss später mit entwerteter Arbeit erwirtschaftet werden. Den Menschen wird Zeit geraubt und diejenigen, die schon vorher Gold und andere Vermögenswerte besaßen, profitieren.
Mehr noch, denn es findet eine sozial- und leistungsungerechte Werteumverteilung von den unteren und mittleren Schichten zu den oberen statt. Dies geschieht, indem die Erstempfänger des neu geschaffenen Geldes zu den noch niedrigen Preisen einkaufen können.
Immer mehr Geld trifft auf ein begrenztes Güterangebot und so steigen die Preise im Laufe der Zeit. Erst am Ende der Kette steigen die Löhne, Renten und so weiter. Die Tatsache, dass die Erstempfänger zu Lasten der Letztempfänger des neu geschaffenen Geldes profitieren, ist als Cantillon-Effekt (nach dem Ökonom Richard Cantillon,1680–1734) bekannt.
Während die kaufkraftbereinigten Haushaltseinkommen in den USA von 1987 bis 2020 gleichblieben, stieg das Vermögen von Warren Buffet um den Faktor 40. Das ist übrigens auch der Faktor, um den die Bilanz der amerikanischen Notenbank FED im Rahmen des Geldmengenwachstums zwischen 1987 und 2020 ausgedehnt wurde.
Das neu geschaffene Geld findet seinen Weg in die Spekulationskreisläufe. Mehr Geld trifft auf eine ziemlich konstante Menge an Aktien und lässt deren Marktpreise ansteigen. Durch die Finanz- und Eurokrise nach 2007 erfuhren diese Entwicklungen eine enorme Dynamik und haben dazu geführt, dass sich ein Normalverdiener ohne ererbtes Vermögen kaum noch Wohneigentum in Deutschland leisten kann.

Bildquelle: „Neues Geld für eine freie Welt: Warum das Geldsystem kein Herrschaftsinstrument sein darf“ von Benjamin Mudlack
Datenquelle: Bureau of Labor Statistics
Warum sprechen Gewerkschaften oder Menschen, die vorgeben, sich für Geringverdiener einzusetzen, die umverteilende Wirkung des heutigen Geldwesens nicht laufend und lautstark an? Ohne volkswirtschaftliches Grundverständnis lässt sich keine soziale Politik machen – nur ein Schuldenberg anhäufen, der die Vermögenden mästet und die Übrigen verarmt.
Webseite zum Buch:
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https://www.youtube.com/@BenjaminMudlack
Autorenseite von Benjamin Mudlack beim Ludwig von Mises Institut Deutschland:
https://www.misesde.org/2011/09/mudlack-benjamin/