Facebook, der Internet Gangster

Seit 15 Jahren drängt, betrügt, schmeichelt und lockt Facebook Milliarden von Menschen, die die intimsten Details ihres Lebens online teilen und das angeblich in den Diensten der "Offenheit und Vernetzung" der Welt.
Nun will Mark Zuckerberg das jedoch ändern. Er kündigte in einem Blogeintrag eine neue "Vision" von Social Network an.

"Wenn ich an die Zukunft des Internets denke, glaube ich, dass eine auf den Datenschutz ausgerichtete Kommunikationsplattform noch wichtiger werden wird als die heutigen offenen Plattformen"

space gray iPhone 6 with Facebook log-in display near Social Media scrabble tiles
Photo by William Iven / Unsplash

Dabei soll der wichtigste Punkt der Ankündigung die Integration der Messaging-Dienste der Apps WhatsApp, Facebook Messenger und Instagram sein, dabei will er vor allem den Datenschutz gewährleisten, mit End-to-End-Verschlüsselung und das automatische Löschen von Nachrichten nach einer bestimmten Zeit.
Aber wie soll man diesem Datenmissbraucher Glauben schenken? Gar nicht zu sprechen von Vertrauen! Er, der jahrelang Skandale hervorgerufen hat, wie Datenschutzverletzungen oder Wahlmanipulationen?
Nach wie vor stehen die Server in den Vereinigten Staaten. Wer sagt denn bitte, dass die Nachrichten nicht vor der "Löschung" auf den Servern gespeichert werden?

Ashkan Soltani, ehemaliger Cheftechniker der Federal Trade Comission, tweetete folgendes zu Zuckerbergs "Datenschutz-Statement":
"Ich unterstütze den Verbraucherschutz bei der Online-Kommunikation nachdrücklich, aber dieser Schritt ist ganz strategisch, um den Datenschutz als Wettbewerbsvorteil zu nutzen und Facebook als dominierende Messaging-Plattform weiter zu binden"

Jonathan Albright, der Leiter der digitalen Forensik-Initiative am Tow Center for Digital Journalism, sieht dies ebenfalls äusserst kritisch und gibt eine Stellungnahme zu diesem Thema:
"Bei der Privatsphäre geht es wirklich um das Recht der Bürger, zu kontrollieren, was geteilt wird, und die Zusammenhänge zu kennen, wie darauf zugegriffen werden kann. An dieser Kontrolle hat sich nichts geändert. Der Zugriff auf die Daten der Nutzer wird nach wie vor von Facebook bestimmt. Und nun werden die Nutzungsbedingungen auf alle untergeordneten Dienste und Apps von Facebook ausgedehnt."

Facebook wall decor
Photo by Alex Haney / Unsplash

Zuckerberg ist sich bewusst, mit welcher Herausforderung er zu kämpfen hat.
"Ich verstehe, dass viele Leute nicht glauben, dass Facebook diese Art von datenschutzorientierter Plattform aufbauen kann oder würde - denn offen gesagt haben wir derzeit keinen guten Ruf für den Aufbau von Datenschutzdiensten, und wir haben uns historisch auf Tools für offeneres Teilen konzentriert", schrieb er. "Aber wir haben immer wieder gezeigt, dass wir uns weiterentwickeln können, um die Dienste aufzubauen, die die Menschen wirklich wollen, auch in privaten Nachrichten und Geschichten."
Ja, sie haben wirklich gezeigt, wie sie deren Spionage immer weiterentwickelt haben, da steht kein Zweifel. Die Frage ist doch, ob man denen nun vertrauen soll oder nicht.
Im Normalfall meint man, dass ein Mensch eine zweite Chance verdient hat. Was aber, wenn er ihre Gutmütigkeit vergewaltigt und dies mehrere Male? Den das ist es doch, was er in den letzen 15 Jahren gemacht hat!

Wenn Sie weiterhin den Facebook-Service benutzen wollen, seien Sie auf der Hut! Schreiben sie Dinge, die intimen Datenschutz benötigt, nicht in solche Chats rein, sondern benutzen Sie lieber qualifizierte und datensichere E-Mailkonten. Ob sie letztendlich Facebook vertrauen, ist ihre Sache.