Europas digitale Abhängigkeit – ein selbst geschaffenes Problem

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Über Jahre hinweg haben wir Europäer Milliarden investiert – nicht in unsere eigenen Technologien, sondern in Plattformen aus Übersee. Google, Amazon, Instagram, Zoom, WhatsApp.
Wir haben sie genutzt, verbreitet, verteidigt – und gross gemacht.
Nicht aus Zwang. Sondern aus Bequemlichkeit.

Der Preis dafür ist hoch.

Während amerikanische Technologien selbstverständlich Teil unseres Alltags wurden, haben wir unsere eigenen Innovatoren, Start-ups und Alternativen ignoriert oder belächelt. Wir haben einen fremden Kontinent genährt – und unser eigenes digitales Ökosystem ausgehungert.

Heute stehen wir vor der Konsequenz:
Europa ist digital abhängig.

In vielen Schlüsselbereichen sind wir keine Gestalter mehr, sondern blosse Nutzer.
Oder klarer gesagt: eine digitale Kolonie.

Abhängigkeit bedeutet Machtverlust

Abhängigkeit hat immer einen Preis.
Wenn politische Entscheidungen getroffen werden – wie zuletzt neue Zölle, Sanktionen oder wirtschaftlicher Druck aus den USA – wird diese Abhängigkeit schmerzhaft sichtbar.

Wer keine eigenen Alternativen hat, hat keine Verhandlungsmacht.
Dann bleibt nur: zahlen, akzeptieren, anpassen.

Das Problem sind nicht einzelne politische Maßnahmen.
Das Problem ist die strukturelle Abhängigkeit dahinter. 

Eigene Lösungen gibt es – sie werden ignoriert

Seit über 25 Jahren arbeite ich in der IT. In dieser Zeit habe ich selbst europäische Alternativen zu etablierten Diensten aufgebaut, unter anderem:

Wir sind damit immer wieder an die Presse herangetreten.
Die Reaktion war fast immer dieselbe:

„Aber es gibt doch Google.“
„Aber es gibt doch WhatsApp.“

Mehr muss man eigentlich nicht sagen. 

Medien, Klicks – und das systematische Wegsehen

Öffentliche Wahrnehmung wird heute stark von Medien geprägt.
Und Medien funktionieren über Reichweite, Klicks und Aufmerksamkeit.

Neue Features aus dem Silicon Valley bringen Schlagzeilen – und Werbeeinnahmen.
Europäische Technologien, die leise, datenschutzfreundlich und nachhaltig arbeiten, sind weniger „sexy“. Sie produzieren keine Hypes – und verschwinden aus dem Blickfeld.

Oder schlimmer noch:
Sie sind unerwünscht.

So entsteht ein Teufelskreis:

  • Was nicht berichtet wird, wird nicht genutzt.
  • Was nicht genutzt wird, wächst nicht.
  • Was nicht wächst, hält uns abhängig. 

Ein Appell an Europas Bürger

Es ist Zeit, nüchtern und ehrlich zu sein.

Europa wurde schleichend zur digitalen Kolonie erzogen.
Nicht durch Gewalt – sondern durch Gleichgültigkeit.

Und genau hier liegt auch die Lösung.

Digitale Souveränität beginnt nicht bei Gesetzen allein.
Sie beginnt bei uns.

Bei unseren täglichen Entscheidungen:

  • Welche Suchmaschine nutze ich?
  • Welchen Messenger empfehle ich weiter?
  • Wem vertraue ich meine Daten an? 

Der Call to Action – jetzt, nicht später

Wenn du Veränderung willst, dann handle:

  • Nutze europäische Alternativen – auch wenn sie nicht perfekt sind.
  • Empfiehl sie aktiv weiter: Familie, Freunde, Kollegen
  • Sprich darüber. Teile Erfahrungen.
    Mund-zu-Mund ist mächtiger als jede Schlagzeile.
  • Hör auf zu sagen: „Aber es gibt doch Google.“
    Fang an zu sagen: „Es gibt auch europäische Lösungen.“

Warte nicht auf die Presse.
Warte nicht auf die Politik.
Warte nicht auf perfekte Produkte.

Denn ohne Nutzung gibt es kein Wachstum.
Ohne Wachstum keine Alternativen.
Und ohne Alternativen keine Freiheit

Nicht aus Ideologie. Sondern aus Verantwortung.

Vor unseren Augen verschiebt sich globale Macht – technologisch, wirtschaftlich, politisch.
Wenn Europa jetzt nicht aufwacht, wird es nicht mitgestalten, sondern nur noch reagieren.

Digitale Souveränität ist kein abstraktes Ziel.
Sie ist eine tägliche Entscheidung.

Triff sie. Heute.